Kirche zum hl. Genesius

Die Pfarrkirche St. Genesius

 

Patrozinium am 25. August

 

 

Zur Baugeschichte

 

Über die ersten Kirchenbauten im Dorfkern, eventuell eine Kirche aus der Karolingerzeit, auf die im hohen Mittelalter ein romanischer Bau folgte, ist wenig bekannt. Im 15. Jahrhundert wurde in den Jahren 1439 bis 1465 eine gotische Kirche errichtet (Weihe am 18. Juni 1465), deren Patrone der als Bauernheiliger beliebte Papst Silvester, die hl. Margareta und nicht zuletzt der hl. Genesius waren.

Bei diesem Bau halfen neben den zuständigen Besitzern von Greifenstein die 1473 ausgestorbenen, eingangs schon erwähnten Edlen von Goldegg entscheidend mit. Ihr Wappenstein, von dem im 16. Jahrhundert aus der Kirche entfernten Hochgrab der Familie stammend, ist noch an der Südseite der Kirche zu sehen. Das Wappen der Goldegger wurde im 20. Jahrhundert in das Wappen der Gemeinde übernommen

Der Turmbau aus Sandstein folgte in den Jahren 1481-1487 (die zweite Jahrzahl wurde an der Ostseite des Turmes eingemeißelt und ist noch sichtbar). Der Spitzhelm, typisch für viele Kirchtürme im Bistum Trient, wurde erst gut hundert Jahre später, 1608, mit finanzieller Hilfe des Grieser Propstes Nikolaus Schuler von dem Steinmetz Andrea del Gallo und dem Maurer Giovanni Battista Delai (nach Andergassen) auf den Turm gesetzt.

Der an der Nordseite des Turmes eingemauerte Neidkopf, ein bärtiges Männergesicht, reicht nach Andergassen bis ins 11./12. Jahrhundert zurück, wurde also vom romanischen Turm übernommen (über dem Kopf die Jahrzahl 1487).

1512 fügte man der Kirche an der Südseite des Turmes eine Michaelskapelle an, die 1838 dem Neubau der Kirche zum Opfer fiel.

Vom mühsamen Zugang zum Dorf war eingangs die Rede. So ist verständlich, dass die Glocken vom Jahr 1617 im Dorf selbst gegossen wurden, weil der Transport der fertigen Glocken wegen der kaum befahrbaren Wege zu schwierig, wenn nicht unmöglich gewesen wäre. (Vgl. den Abschnitt über die Kirche in Nobls). Ähnliche Schwierigkeiten gab es auch bei den Figuren, den Marmorteilen für die Altäre und wohl auch bei den Altarbildern, wenn diese nicht an Ort und Stelle gemalt wurden. Gegossen wurden die Glocken von Adam Sterzer, einem aus Bayern zugezogenen Glockengießer in Brixen. Drei dieser Glocken blieben bis heute erhalten; zwei, die im Ersten Weltkrieg abgeliefert werden mussten, wurden 1925 durch neue Glocken ersetzt und bilden zusammen mit den Glocken aus dem 17. Jahrhundert ein wohlklingendes Geläute.